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27.04.2023

Verleihung Deutscher Tanzpreis 2023

Besonders freut uns die Auszeichnung für Peter Appel*. Der Tanzpädagoge wird mit dem Ehrenpreis für das Lebenswerk ausgezeichnet. „Sein Wissen und sein Einfühlungsvermögen in die Werke der jeweiligen Choreograf*innen, sein Einsatz und sein Humor haben namhafte Choreograf*innen begleitet und Generationen von Tänzer*innen nachdrücklich geformt und inspiriert. Seine lebenslange Hingabe für den Tanz und sein pädagogisches Talent werden von der Jury mit dem Deutschen Tanzpreis – Lebenswerk ausgezeichnet.

Malou Airaudo, Josephine Ann Endicott, Lutz Förster und Dominique Mercy – vier überragende Persönlichkeiten, frühere Tänzer und Tänzerinnen im Ensemble von Pina Bausch – erhalten den Hauptpreis.

Die Sehbehinderte Performerin Sophia Neises wird für herausragende Entwicklung im Tanz geehrt.

Mit dem Deutschen Tanzpreis werden herausragende Persönlichkeiten des Tanzes in Deutschland ausgezeichnet. Ende März hat die Jury (Juryvorsitzende Dr. Patricia Stöckemann) die Preisträger*innen des Jahres 2023 gewählt. Der Deutsche Tanzpreis 2023 für Malou Airaudo, Josephine Ann Endicott, Lutz Förster und Dominique Mercy ist mit 4 x 5.000 € dotiert. Die Ehrungen für Peter Appel und Sophia Neises sind ebenfalls mit einer Zuwendung von 5.000 € verbunden.

Am Samstag, den 14. Oktober 2023 wird im Aalto-Theater Essen der Deutsche Tanzpreis 2023 verliehen – die höchste Auszeichnung, die der Tanz in Deutschland zu vergeben hat.

Die Jury hat die Preisträger*innen aus zahlreichen Vorschlägen, welche von Verbänden, Institutionen und Tanzschaffenden übermittelt wurden, ausgewählt.

Malou Airaudo, Josephine Ann Endicott, Lutz Förster und Dominique Mercy wurden gemeinsam vorgeschlagen. Die Jury ist diesem Vorschlag gefolgt und zeichnet die vier Tanzpersönlichkeiten mit dem Deutschen Tanzpreis 2023 aus.

Von den ersten Jahren an prägten sie die Arbeit von Pina Bausch und des Tanztheaters Wuppertal kraft ihrer Persönlichkeit und ihres bedingungslosen Mitwirkens an einer Tanzästhetik, die mit bestehenden Konventionen brach und ein neues Denken im und durch den Tanz hervorbrachte. … Von Wuppertal aus entfalteten alle Vier ihre Strahlkraft in die Welt hinein und sind nach wie vor gefragte Tanzpersönlichkeiten. … Der Deutsche Tanzpreis 2023 ehrt ihre Lebensleistung und ihr bis heute unermüdliches, individuelles Engagement für den Tanz.“

Sophia Neises steht als Sehbehinderte Tanzkünstlerin in besonderer Weise für die künstlerische Arbeit von Menschen mit Einschränkungen. Mit der Ehrung für herausragende Entwicklung im Tanz wird ihr Wirken für den Tanz und ihr Engagement im Bereich der Accessability ausgezeichnet.

Als Performerin identifiziert Sie sich als Künstlerin mit Sehbehinderung. Nicht zuletzt diese Selbstbezeichnung lässt sie in ihrer performativen Praxis mit den Grenzen interagieren ... Sie entdeckt zusammen mit anderen Künstler*innen in gegenseitigem Austausch und Voneinander-Lernen neue Fähigkeiten und entwickelt zeitgenössische Formen des künstlerischen Ausdrucks. ... Das ermöglicht nicht nur neue ästhetische Ansätze in Tanz und Performance, sondern in der heutigen Kultur und Gesellschaft als Ganzem.

Die Preisverleihungen finden im Rahmen einer Tanz-Gala am Samstag, den 14. Oktober um 18 Uhr im Aalto-Theater Essen statt. Das detaillierte Programm wird im Sommer veröffentlicht. Der Vorverkauf für die Veranstaltung beginnt am 10. Juni über das Ticket Center der Theater Essen. Die Tanz-Gala wird außerdem als Live-Stream zur Verfügung stehen.

Begleitend zu den Tanzpreisveranstaltungen richtet der Dachverband Tanz Deutschland vom 13. bis 14. Oktober ein Symposium zum Thema „Förderung, Sichtbarkeit und Wertschätzung des Tanzes“ aus. Tanzschaffende aus ganz Deutschland diskutieren gesellschaftliche Relevanz und künstlerische Qualitäten des Tanzes, kulturpolitische Forderungen und Strategien zu deren Umsetzung.

Der Deutsche Tanzpreis wird gefördert durch die Stadt Essen, das Ministerium für Kultur und Wissenschaft NRW und die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien. Sponsor*innen, Stiftungen und Spender*innen unterstützen die Preisverleihung.

*Kurzbiografie – Peter Appel

1933 in Surabaya (Indonesien) geboren, wurde Peter Appel schon früh in seiner Tänzerkarriere von berühmten Künstler*innen des klassisch-akademischen Balletts geprägt: Er begann seine Tanzausbildung 1949 beim Kennemer Studio in Haarlem (NL) und setzte sie in Paris bei Victor Gsovsky und Olga Preobrajenska fort. Es folgte das Studium des klassischen Repertoires bei Mathilde Kschessinskaja und Lubov Egorova. Zwischen 1954 und 1961 tanzte Peter Appel beim Nederlands Ballet und bis 1962 bei Het Nationale Ballet sowohl Hauptrollen des klassischen Repertoires als auch des zeitgenössischen Tanzschaffens. Dies wurde die Grundlage für die von Peter Appel in seiner pädagogischen Arbeit angestrebten Verbindung zwischen der St. Petersburger Schule und dem Stil, den Balanchine in den USA daraus entwickelte. Parallel zu seiner Arbeit als Solist am Stadttheater Basel von 1962 bis 1964 übernahm er erstmals auch Aufgaben als Ballettmeister. Es folgte 1964 ein Engagement als Ballettmeister an der Hamburgischen Staatsoper. 1966 bis 1971 war Peter Appel Solist und Ballettmeister, zeitweise Ballettdirektor am Opernhaus Köln und prägte gleichzeitig auch bis 1976 die Ausbildung als Leiter des Institutes für Bühnentanz in Köln. 1976 folgte er dem Ruf John Neumeiers als Ballettmeister an die Hamburgische Staatsoper, wo er ihn 1978 unterstützte, die Ballettschule aufzubauen. Ab 1979 begleitete Peter Appel 25 Jahre lang Heinz Spoerli und verhalf dem Basler Ballett, dem Ballett der Deutschen Oper am Rhein und dem Zürcher Ballett zu internationalem Ruhm. Für Generationen von Tanzschaffenden wurde Peter Appel zu einem wegweisenden Lehrer, so auch für Martin Schläpfer, der viele Jahre intensiv mit ihm zusammenarbeitete. Als Tanzpädagoge und Gastdozent arbeitete er bei Ballettkompanien und Ausbildungszentren weltweit.

 

 
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