Sommer-Intensiv-Woche 2012: Die Dozenten und ihre Kursthemen

Theorie und Praxis des Tanzunterrichts
Bei diesem Intensivseminar erwartet die TeilnehmerInnen ein dreiköpfiges Expertenteam, das auf die vielfältigen Anregungen der TeilnehmerInnen vom Vorjahr eingehen wird. Die  Themen sind eng verknüpft mit dem beruflichen Alltag der Tanzpädagogen. Nach den Konzeptideen des DBfT-Vorstands zum Thema „Tanzpädagogik des 21. Jahrhunderts“ verstehen die vier Dozenten ihren Unterricht als Einheit von körperlicher-kognitiver und emotionaler Entwicklung und werden dies in den Unterrichtseinheiten weitergeben..

Jean-Hugues Assohoto (Frankreich)

Wieder dabei im Team ist Jean-Hugues Assohoto.

Jean-Hugues ist in Avignon (Frankreich) geboren und absolvierte seine Tanzausbildung im dortigen Konservatorium. Es war jedoch Anne-Marie Porras (Choreografin) in Montpellier, die seine Moderne Tanztechnik weiterentwickelte und verfeinerte. Nachdem er sein Diplom (1993) Diplome d’état abschloss, wurde er Assistent von Anne-Marie Porras und unterrichtete in Ihrer Ausbildungsschule Epsedanse. Er wurde ein gefragter Tanzpädagoge, Choreograf und Tänzer und gab überall zahlreiche  Workshops (Frankreich, Deutschland, Japan, Italien, Spanien, Slowenien, in der Karibik, Afrika, Israel, ect...)

1999 wurde er im Nationaltheater in Mannheim als Tänzer engagiert und arbeite mit vielen verschiedenen Choreografen (Philipp Talard, Bruno Jacquin, Jeanne Renshaw, Marc Mc Clain, Antonio Gomez,...) anschließend tanzte er für das Tanztheater Heidelberg unter der Leitung von Irina Pauls. Zusätzlich arbeitete er als freier Choreograf und leitete verschiedene Projekte im Auftrag vom  Verschiedenen Theater (Mannheim, Heidelberg, Dessau..), Choré-Ame Dance Kompanie, Showa University (Japan), Messeveranstaltungen für Becker). Besonderen Wert legte er stets auf den hohen künstlerischen Aspekt.

 Zur Zeit ist er Lehrkraft für Zeitgenössischer Tanz  an der staatlichen Ballettschule  Berlin. 

 

Der Körper in Raum und Zeit,

Jean-Hugues konzentriert sich in seiner Stunde darauf, sich so organisch wie möglich im Raum zu bewegen und man könnte sie aus einer Kombination aus Limon- und Release-Technik, Boden- und klassischer Technik beschreiben. Mit viel Gefühl und Imagination möchte er die Tänzer als 

Multi-dimensionale Performer vorbereiten, mit einer technisch anspruchsvollen Stunde, unter Einfluss des Raums, Musikalität, Rhythmik und Dynamikwechsel. Er arbeitet auch in Form von Atelier, mit Partnering und  Tanzkontakt und begleitet seine Tänzer Ihre Grenzen zu erfahren und zu erweitern. Nach all diesem ist es eine Möglichkeit nur zu tanzen. Beim E- und F-Kurs können die Pädagogen darüber hinaus beobachten, wie er mit den Jugendlichen arbeitet.    

Christine Hasting (Deutschland)

Die Tänzerin, Choreographin, Tanzpädagogin und Systemtherapeutin

– psychotherapist European registered

Christine Hasting wurde in eine Künstlerfamilie hinein geboren. Ihr Vater war Pianist und Komponist, ihre Mutter moderne Tänzerin und Tanzpädagogin.

Tanz begleitet ihr Leben, seit sie vier Jahre alt war. Als Klassische Tänzerin war sie beim Stuttgarter Ballett engagiert, als moderne Tänzerin und Choreographin arbeitete sie in diversen freien Gruppen in Deutschland und den USA. Sie leitet zusammen mit ihrem MannRainer Wallbaum das HASTING Studio für zeitgenössischen Tanz in München, ist Gastdozentin im In- und Ausland für Contemporary Dance für Kinder, Jugendliche und Erwachsene und gibt Fortbildungsseminare für Kindertanzpädagogen.

Neben ihrer künstlerischen und pädagogischen Tätigkeit studierte sie am Lehr- und Forschungsinstitut für systemische Studien, München, Systemenergetik und arbeitet als Systemtherapeutin (ECP – European Certificate of Psychotherapy).

Supervisionsseminare ihrer speziellen Prägung gab sie bereits mehrfach beim Ballettsommer Bozen und in der Fortbildungsakademie Schloss Weinberg im Rahmen des Oberösterreichischen Landesmusikschulwerks.

Seminarinhalte:

„Futter für die Phantasie“

Von der Improvisation zur Komposition

 

 

In diesem Seminar geht es um Möglichkeiten und Wege, wie aus Bewegungs- und Tanzimprovisation >Komposition< entstehen kann.

 

Im gesamten Arbeitsprozess werden „Bausteine“ und ein „Handwerkszeug“ entwickelt und geschaffen, mit denen die Tanzpädagoginnen und Tanzpädagogen produktiv und kreativ mit ihren Schülern arbeiten können.

 

Der spezielle systemische und fähigkeitenorientierte Ansatz, auf dem die Arbeit von Christine Hasting basiert, eröffnet außerdem auch für den Blick auf sich selbst und auf andere eine neue Perspektive.

 

Das kontinuierliche Hospitieren in einem Kurs von Christine Hasting ist für alle TanzpädagogenInnen obligatorisch.

 

 

Prof. Martin Puttke (Deutschland)

Der Dritte im Bunde ist Prof. Martin Puttke.

Martin Puttke wurde 1943 in Breslau geboren und wuchs in Dortmund auf. Seiner Ausbildung von 1962 bis 1966 an der Staatlichen Ballettschule Berlin der Deutschen Demokratischen Republik folgte bis 1970 ein Engagement an der Deutschen Staatsoper Berlin. Das Interesse an der Tanzpädagogik führte ihn anschließend an die Theaterhochschule GITIS in Moskau zu dem berühmten Experten für Männertanz Professor Nikolai Iwanowitsch Tarassow. Das Spezialstudium „Ballettpädagogik/Männertanz“ schloss Martin Puttke 1975 mit Diplom ab. Seither war er an der Staatlichen Ballettschule Berlin als Ballettpädagoge tätig. 1979 wurde Martin Puttke zum künstlerischen Leiter und Pädagogen für Männertanz der Staatlichen Ballettschule Berlin berufen und zwei Jahre später Direktor des Instituts. Seit der Neuorganisation der Schule zur „Staatlichen Ballettschule Berlin und Schule für Artistik“ (1991) war er dort künstlerischer Leiter der Fachrichtung Bühnentanz (bis 1994). 1987 wurde Martin Puttke zum Professor ernannt. Von 1990 bis 1992 war er zusätzlich zu seinen pädagogischen Aufgaben künstlerischer Direktor des Balletts der Deutschen Staatsoper Berlin. Zur Spielzeit 1994/95 übernahm er die Leitung des Essener Balletts. Vorlesungen und Seminare über die Methodik des Klassischen Tanzes führten Martin Puttke nach Belgien, England, Japan und Brasilien. In der Schweiz und Japan nahm er bei internationalen Tänzerwettbewerben Verpflichtungen als Jurymitglied wahr. Schüler von Martin Puttke errangen eine Vielzahl von Goldmedaillen und ersten Preisen bei nationalen Tänzerwettbewerben der DDR und bei internationalen Konkurrenzen wie in Helsinki, Varna, Jackson, Lausanne und Tokio. Martin Puttke ist Herausgeber des Buches „Erlebnis Ballett oder Der anspruchsvolle Weg zum Tänzer“ sowie Herausgeber und Übersetzer der Fachbücher „Klassischer Tanz – Die Schule des Tänzers“ von Nikolai I. Tarassow und „Pas de deux im klassischen Tanz“ von Nikolai Serebrennikow.

Er lehrt ein Bewegungssystem, das allen Tanzstilen optimal zugute kommt, das "dance native motion system (DANAMOS)", mit dem er auf internationalen Kongressen und Seminaren mittlerweile Furore macht. "DANAMOS" steht für eine neue Methode der Ausbildung von tänzerischen Fähigkeiten und Fertigkeiten auf der Basis des klassischen Tanzes. Neben der Vermittlung von technischen Fähigkeiten wird der künstlerische Aspekt einer tänzerischen Ausbildung durch die Nutzung neuester Erkenntnisse und Erfahrungen auf den Gebieten der Neurokognition, Biomechanik, Psychologie und nicht zuletzt des Unterrichts von Ausbildenden und des Trainings von Tänzern in einen Kontext gestellt, der vor allem auf die Entwicklung der Individualität abzielt.