Jahrestagung der Gesellschaft für Tanzforschung 2012
Montag, 13. Februar 2012
GTF-Tagung vom 09. - 11. November 2012!!

CALL  FOR  PAPERS

 

Tanz  Spiel  Kreativität

 

Jahrestagung der Gesellschaft für Tanzforschung 2012

 

Die Gesellschaft für Tanzforschung möchte mit Ihrer Jahrestagung vom 9.–11. November 2012 an der Ruhr-Universität Bochum den Diskurs zum Wesen und zu den Eigenheiten der Prozesse anregen, die im Zusammenhang von TANZ – SPIEL – KREATIVITÄT stehen.

 

Im Spiel sieht der niederländische Kulturanthropologe Johan Huizinga eine Beschäftigung, die innerhalb gewisser festgesetzter Grenzen von Zeit und Raum nach freiwillig angenommenen, aber unbedingt bindenden Regeln verrichtet wird, ihr Ziel in sich selber hat und begleitet wird von einem Gefühl der Spannung und einem Bewusstsein des `Andersseins´ als das `gewöhnliche Leben´. Tanz als Spiel wird in vielfältiger Weise als pädagogische, künstlerische und therapeutische Praxis realisiert und gewinnt im Zeitgenössischen Tanz als Echtzeit-Choreographie zunehmend an Bedeutung.

 

Das Spiel gehört als wesentliches Element vor allem durch seine Unvorhersehbarkeit zur Kreativität. Abgeleitet von „creare“ wurde der Begriff ursprünglich als Bezeichnung für geniale schöpferische Tätigkeiten verwendet und damit nur wenigen Menschen zuerkannt. Kreativität wird heutzutage eher als Neukombination von Informationen, als Anwendung erworbener Fähigkeiten auf ein neues Problem gesehen (Holm-Hadulla 2011). Mit der These „Jeder Mensch ist kreativ!“ eröffnete der US-amerikanische Psychologe Joy Paul Guilford 1950 den Kreativitätsdiskurs in Philosophie, Psychologie, Pädagogik, Kultur- und Gesellschaftswissenschaften, Politik und Wirtschaft, der mit aktuellen neurobiologischen Erkenntnissen erneut angefacht wurde. Die Erforschung kreativer Prozesse im Tanz und ihrer Beeinflussung beschäftigt die Tanzforschung seit den 1970er Jahren bis heute.

 

In der Tagung der GTF sollen folgende Fragestellungen bearbeitet werden:

 

·         Wie haben sich die Begriffe Spiel und Kreativität und Ihre (Be-)Deutungen allgemein und im Tanz entwickelt?

·         Welche Forschungsfragen werden aktuell in den Bereichen Spiel und Kreativität in Bezug auf Tanz und andere Künste/Disziplinen bearbeitet? Welche Fragestellungen betreffen die kreative Person, den kreativen Prozess, das kreative Produkt, das kreative Umfeld?

·         Ist Kreativität erforschbar? Welche Forschungsmethoden gibt es?

·         Welche Besonderheiten finden sich in den Anwendungsfeldern von Spiel und Kreativität in tanzpädagogischen, tanzkünstlerischen und tanztherapeutischen Bereichen?

·         Welche Rolle spielen Spiel und Kreativität im Zeitgenössischen Bühnentanz?

·          Wie kann Kreativität für verschiedene Adressaten gefördert werden und welche systemischen Hindernisse bestehen? Wie kann Kreativität und Spiel im Tanz im Bildungs- und Ausbildungskontext realisiert werden? Was bedeuten Spiel-Lust und Kreativitäts-Frust?

·         Ist Kreativität berechenbar und beherrschbar? Existieren Kreativitätstechniken? Zur Vermarktung und Instrumentalisierung von Kreativität?

·         Kreativität zwischen Schöpfung und Zerstörung? Der kreative Mensch zwischen Genie, Melancholie und Wahnsinn? Wirft die Verfügbarkeit von neuro- und psychoaktiven Substanzen auch ethische Fragen auf?

 

Hiermit laden wir Sie ein, die Tagung TANZ - SPIEL - KREATIVITÄT mitzugestalten. Verschiedene Formate sollen den Zugang zu den unterschiedlichen Aspekten eröffnen: Vorträge (20 min), Posterpräsentationen, Gespräche (20 min), Lecture Demonstrations (20 min), Workshops (60 min), Labore (60 min), etc. In der methodischen Gestaltung des Beitrags sollte die Tagungsthematik aufgegriffen werden.

 

Darüber hinaus wird eine Werkschau mit selbstchoreographierten Tanzstücken von Jugendlichen/Studierenden organisiert, wobei es neben der Präsentation insbesondere um die Analyse und Reflexion des kreativen, choreographischen Prozesses gehen soll.

 

Mit diesem „Call for Paper“ zur Bochumer GTF-Tagung 2012 bitten wir Sie um Ihre Mitwirkung. Bitte reichen Sie Abstracts (im Umfang von ca. 3000 Zeichen) ein mit Angabe des Formats, in dem Sie Ihren Beitrag gestalten möchten.

Für die Teilnahme an der Werkschau bitten wir um die Einsendung eines Videos mit Kurzbeschreibung der Gruppe und des Stücks (max.10 min).

 

Bitte beachten Sie den Annahmeschluss für die Abstracts: 30.4.2012

an info(at)gtf-tanzforschung.de

 

Zu räumlichen und organisatorischen Fragen wenden Sie sich bitte an

Marianne Bäcker

Marianne.Baecker(at)rub.de

0234/32-23877